Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Kanalbrücke Ems Nr. 911N

Bestandsbauwerk

Lage: Im Ausbaulos 13a des Dortmund-Ems-Kanals in km 78,806N (ehemals 78,706) und zur Überführung des DEK über die Ems zwischen der kreisfreien Stadt Münster und dem Kreis Steinfurt

Baujahr: 1935

Eigentümer: WSV

Ersatzgrund: Neubau der Kanalbrücke gem. Entwurf-HU Nr. 34 vom 19.03.2009

Kanalbrücke Ems

Kanalbrücke Ems: von links nach rechts: denkmalgeschützte Kaiserbrücke; die Umfahrungsstrecke zur Kanalbrücke Ems (im Bau) und das zu ersetzende Bestandsbauwerk (Stand: 24.09.2019) Kanalbrücke Ems von links nach rechts: denkmalgeschützte Kaiserbrücke, die Umfahrungsstrecke zur Kanalbrücke Ems (im Bau) und das zu ersetzende Bestandsbauwerk (Stand: 24.09.2019), Quelle: WNA Datteln

Kanalbrücke Ems Nr. 911N

Projektbeschreibung

Umfahrung am Dortmund-Ems-Kanal-Südstrecke

Teilprojekt: Bau der Umfahrungsstrecke Kanalbrücke Ems (von DEK-km 77,674N bis 79,258N)

Abgeschlossene Projektphasen

Planfeststellungsbeschluss vom 07.11.2000 mit Aktenzeichen P-143.3/137 mit Planänderungsbeschlüssen vom 13.02.2004, 04.08.2009 und 10.03.2020

Entwurf-AU Nr. 013.4 und Ausschreibung wurden durch das WNA Datteln bearbeitet. Zugehörige statische Berechnungen und Prüfungen wurden durch Ingenieur-Büros erarbeitet.

Laufende Projektphasen

Das WNA Datteln wird die in den 30er Jahren errichtete KBr Ems bei DEK-km 78,806N im Rahmen des Ausbaus der Südstrecke des Dortmund-Ems-Kanals erneuern. Für den Neubau ist die Erstellung eines Doppeltrogs unter laufender Schifffahrt geplant. Der erste Trog sollte ursprünglich direkt neben der bestehenden KBr gebaut werden. Aufgrund des schlechten baulichen Zustands der KBr Ems wurde nach einer Variantenuntersuchung eine Umfahrungsstrecke als wirtschaftlichste, bautechnisch sinnvollste Lösung festgelegt.

Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Kanalbrücke Ems, bestehend aus den Firmen Köster, Gollwitzer, Meyer und SEH Engineering baut das Wasserstraßen-Neubauamt Datteln derzeit die Umfahrungsstrecke Kanalbrücke Ems.

Abweichend von ersten Planungen wird der neue Stahltrog der Umfahrungsstrecke als Einfeldträger, d. h. ohne Pfeiler nur auf den Widerlagern liegend, hergestellt. Die lichte Weite beträgt nun 60 m.
Bereits 2015 wurde mit der Baustelleinrichtung begonnen. Auf beiden Seiten der Ems wurden Baustellenzufahrten hergestellt. Der Emsradweg, der über eine Länge von ca. 1,5 km zwischen DEK und der alten Fahrt verlief, musste auf eine Strecke außerhalb Baustelle, entlang der alten Fahrt umgelegt werden. Nachdem Natur- und Artenschutz Rechnung getragen wurde, indem Fische und Muscheln aus der denkmalgeschützten alten Fahrt umgesiedelt wurden, konnte diese trockengelegt und verfüllt werden. Die zusätzlichen Flächen mussten hinzugenommen werden, um den Kanalquerschnitt an die Schleppkurven der erwarteten Großmotorgüterschiffe anzupassen.

Parallel zu den Erd- und Spezialtiefbauarbeiten sind umfangreiche Kampfmitteluntersuchungen/-sondierungen vorgenommen worden. Auf einer Montagefläche hinter dem südlichen Widerlager wurde der Brückenüberbau aus einzelnen Stahlelementen zusammengefügt. Diese wurden im Werk in Hannover vorgefertigt, mit 42 Schwerlasttransporten zur Baustelle geliefert und vor Ort verschweißt.

Der Verschub erfolgte mittels hydraulischer Zugvorrichtungen (Litzenheber) über das südliche Widerlager auf einer Stahlbetonverschubbahn und im Emsvorland über Stahlkastenträger gegründet auf Hilfspfeilern. Auf dem Montageplatz dienten Schwerlasttransportwagen (SPMT) als Unterstützung. Bedingt durch mehrere erforderliche Umbaumaßnahmen, wie Ballastierung, Ein-, Um- und Ausbau von Verschubschlitten, nahm der eigentliche Verschubvorgang mit seinen neun Phasen mehrere Tage in Anspruch. Am 28.09.2019 kam der Überbau in seiner vorläufigen, horizontalen Lage an.

Nach dem abgeschlossenen Längsverschub werden der Kanalquerschnitt im Bereich des Montageplatzes inkl. Spundwänden fertiggestellt, die Trogwände auf der Südseite betoniert und der Stahltrog auf die richtige Höhe gebracht werden. Die Ablagerungsfläche zwischen Umfahrung und DEK sowie die Flächen entlang der Umfahrungsstrecke werden profiliert und begrünt. Anschließend kann die endgültige Flutung der Umfahrung mit dem temporären Trogbauwerk erfolgen.

Die Fertigstellung der Baumaßnahme „Umfahrungsstrecke Kanalbrücke Ems“ ist für 2021 vorgesehen, wobei diese aufgrund der vorhandenen Querdämme vom DEK noch nicht befahren werden kann.


Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wesentlichen Leistungen:
MengenBezeichnung
560.000 Bodenbewegungen
30.000 Tondichtung im Trockenen inkl. Sohlsicherung
4.000 t bzw. 31.000 Spundbohlen
570 StückRundstahlanker
3.500 mGroßbohrpfähle (Ø = 1,50 m)
9.500 Stahlbeton
2.300 tStahlüberbau inkl. Leitwerk, Lager, Ausrüstung, Dichtungs- und Übergangskonstruktion
12.000 Baustelleneinrichtungsflächen herstellen und schottern
12.000 Arbeitsebenen herstellen und schottern
11.000 Baustraßen herstellen
9.000 Betriebswege herstellen
3.500 Radwege herstellen
4.300 Asphalt
38 Mio. EuroAuftragssumme
Geplante Bauphasen

Ab 2021/2022 ist der Anschluss der Umfahrungsstrecke an das Kanalnetz im Zuge noch auszuschreibender Nassbaggerarbeiten geplant. Hierbei werden die verbliebenen Querdämme entfernt und die Kanalsohle hergestellt. Erst nach diesen Arbeiten kann die Umfahrungsstrecke für den Verkehr freigegeben werden.

Anschließend können die Arbeiten zum Bau des eigentlichen Doppeltrogs beginnen.

Besonderheiten:

Der für die Umfahrung genutzte Stahltrog wird beim Bau des Doppeltrogs wiederverwendet. Durch einen Querverschub entlang der Ems wird er eine Hälfte des Doppeltrogs bilden.