Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen-Neubauamt Datteln

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Inhalt: Vermessung

Kein Bauwerk ohne Vermessung. Dieser Satz gilt seit der Antike und hat bis heute nicht an Gültigkeit verloren. Dementsprechend erstrecken sich die Vermessungsaufgaben im WNA Datteln über die gesamte Planungs- und Umsetzungsphase eines Bauwerks und enden in der Dokumentation nach Bauabschluss.

Im Zuge der Entwurfsvermessung werden vorhandene Kartengrundlagen auf Vollständigkeit geprüft und gegebenenfalls durch neue topographische Aufnahmen oder Datenbestände Dritter ergänzt. In der Regel wird ein digitales dreidimensionales Geländemodell des Planungsraumes erstellt, das Lage- und Höheninformationen über das Gelände sowie über vorhandene Bauwerke und Anlagen enthält.

In diesem Zusammenhang hat die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung - nach vorheriger Ankündigung - das Recht, notwendige Vermessungen auch auf fremden Grundstücken durchzuführen (§ 16 Bundeswasserstraßengesetz).

Auf der Grundlage der Vermessungsdaten erfolgt der planerische Entwurf mit Bezug zur Örtlichkeit. Aus den so entstehenden Planunterlagen kann jedermann seine Betroffenheit durch das Vorhaben erkennen.

Auch in der Ausschreibungsphase einer Baumaßnahme fallen Vermessungsaufgaben an:

Die Bauausführungsvermessung garantiert die lage- und höhenrichtige Übertragung des Projekts in die Örtlichkeit. Sie gewährleistet einen ungestörten Bauablauf durch fachliche Begleitung und Prüfung der Vermessungsergebnisse der bauausführenden Firmen aber auch durch eigene baubegleitende Kontrollmessungen.

Darüber hinaus werden - sofern erforderlich - am Bauwerk selbst, wie auch an weiteren bestehenden Bauwerken und Anlagen im Einwirkungsbereich der Baumaßnahme Bauwerksüberwachungsmessungen durchgeführt, um Deformationen (Setzungen, Schieflagen etc.) frühzeitig zu erkennen und erforderlichenfalls Sicherungsmaßnahmen einleiten zu können.

Grundlage jeder Bauwerksinspektion ist ein Messprogramm, das von Bau- und Vermessungsingenieuren gemeinsam aufgestellt wird. Auf dieser Basis erfolgt nach Fertigstellung und vor Inbetriebnahme eines Bauwerkes die erste Bauwerksinspektionsmessung (Nullmessung) zum Nachweis der Gebrauchstauglichkeit. Im Rahmen späterer Folgemessungen kann der Vermessungsingenieur bei Bedarf das Bewegungsverhalten ermitteln und ermöglicht damit dem Bauingenieur die Beurteilung, ob das Bauwerk innerhalb der erwarteten Bewegungsräume verbleibt. Die Bauwerksinspektion dient damit der Früherkennung möglicher Schäden am Bauwerk.

Nach Abschluss der Baumaßnahme ist in der Regel eine Kartenneuherstellung erforderlich. Dazu wird der Ausbaubereich überflogen und mit Spezialkameras Luftbilder erfasst. Diese Bilder werden anschließend mit photogrammetrischen Messverfahren ausgewertet und neue Karten abgeleitet.

Mit einer Baumaßnahme sind in aller Regel auch Änderungen der Eigentumsstruktur verbunden. Im Rahmen der Katasterschlussvermessung werden die neuen Eigentumsgrenzen unter Beteiligung der betroffenen Grundeigentümer in die Örtlichkeit übertragen und festgestellt. Nach Übernahme dieser Neuvermessung durch das zuständige Katasteramt werden die betroffenen Eigentümer von dort mittels des sogenannten Veränderungsnachweises über die Veränderungen ihres Grundeigentums informiert.

Die Katasterschlussvermessung erfolgt in der Regel durch vom WNA Datteln beauftragte Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure. Im Rahmen der Erfüllung seiner Aufgaben ist das WNA jedoch als sogenannte "andere behördliche Vermessungsstelle" gemäß § 2 Absatz 4 des Vermessungs- und Katastergesetzes NRW auch selbst berechtigt, hoheitliche Vermessungen (Katastervermessungen) auszuführen.