Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen-Neubauamt Datteln

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Inhalt: Wasserbewirtschaftung der Schleusentreppe

Die Kanalstrecke zwischen Bevergern und Gleesen ist aus wasserwirtschaftlicher Sicht ein in sich geschlossenes System. Die Haltungen zwischen den Schleusenstandorten bilden eine Speicherkaskade. Alle am Standort Bevergern sowie entlang der Strecke eingetragenen Wassermengen müssen über die gesamte Strecke bis in die Ems durchgeleitet werden. Dazu gehören neben den Wassermengen, die aus den Schleusungen resultieren, auch variable Zuläufe wie Niederschlag, Grundwasser sowie Zuflüsse aus Gräben und Bächen. Zwischen Bevergern und Gleesen besteht keine Möglichkeit, Wasser in eine oberhalb liegende Haltung zurückzupumpen. Ein Ableiten über eine vorhandene Vorflut ist ebenfalls nicht möglich. Die Bewirtschaftung der Kanalstrecke kann deshalb nur über aufeinander abgestimmte Wasserdurchleitungen an den Schleusenstandorten erfolgen.

Aufgabe der Wasserbewirtschaftung ist es, in den einzelnen Haltungen zwischen den Schleusen einen ausgeglichenen Wasserhaushalt zu gewährleisten. Das vorhandene Wasserdargebot und der Wasserverbrauch der Schleusen müssen aufeinander abgestimmt werden, um eine Über- bzw. Unterschreitung der Betriebswasserstände in den Haltungen zu vermeiden. Dazu wird der Wasserverbrauch an allen Standorten etwa gleich groß gehalten. Um den Gesamtverbrauch der Schleusentreppe zu minimieren, werden die Schleusen Bevergern und Gleesen, die mit ihren großen Hubhöhen den größten Wasserverbrauch haben, als Sparschleusen konzipiert. Die Dimensionierung der Sparbecken orientiert sich dabei an dem Wasserverbrauch der Schleuse Altenrheine, die den größten Wasserverbrauch aller Schleusen mit geringer Hubhöhe aufweist. Am Standort Bevergern sind Sparbecken in zwei Sparebenen mit einer Wasserersparnis von ca. 46 % vorgesehen. An den Schleusenstandorten Rodde, Venhaus und Hesselte sind keine Sparbecken erforderlich. Am Standort Gleesen ist ein Sparbecken mit einer Wasserersparnis von 32 % vorgesehen.

An allen neuen Schleusenstandorten werden zusätzlich Freiwasserleitungen hergestellt, die das Oberwasser mit dem Unterwasser verbinden. Mit den Leitungen wird im Normalbetrieb der unterschiedliche Verbrauch der Schleusen ausgeglichen. Auf variable Ereignisse wie z. B. starke Niederschläge kann ebenfalls mit den Freiwasserleitungen reagiert werden. Im Revisions- oder Störfall einzelner Schleusen gewährleisten die Freiwasserleitungen die erforderlichen Wasserdurchleitungen zur Bewirtschaftung der Kanalhaltungen und für den Betrieb der restlichen Schleusen.